Recycario-Indikator Verpackungssektor

Neues Preisverständnis zwischen petrochemisch geprägten Primärmaterialien und Plastikabfallbasierten Regranulaten

Auffällig ist die enge Kopplung zwischen Primärmaterialien LDPE und dem daraus erzeugten Verpackungssubstraten (LDPE-Folie als Halbfabrikat). Nachdem der PackFlex-Index im Jahr 2025 unter dem Druck preisgünstiger Importe deutlich nachgab, kam es in Q2 26 wegen der unsicheren Versorgungslage infolge der Nahostkrise zu einer abrupten Gegenbewegung. Der PackFlex-Index legte gegenüber dem Vorquartal um knapp 51 % zu. Parallel dazu stiegen die Preise für LDPE-Foliensubstrate laut FPE (Flexible Packaging Europe) um 31 % gegenüber Q1 2026.

Demgegenüber verlief die Preisentwicklung laut Recycario Erhebungen bei rLDPE Regranulaten deutlich moderater. Der Quartalsindex erhöhte sich im selben Zeitraum lediglich um 7 %.

Laut Ergebnissen der neusten IK Konjunkturumfrage verzeichnete die befragten Mitgliedsfirmen im zweiten Quartal 2026 ein Umsatzplus von rund 13 % gegenüber dem Vorquartal. Angesichts des zeitgleichen Ausbruchs eines neuen geopolitischen Konflikts handelte es sich hierbei wohl um den Effekt von vorgezogenen Bestellungen zur Lageraufstockung. Ähnliches manifestierte sich im März durch die zu beobachtenden außergewöhnlich hohen Handelsvolumina bei rLDPE-Regranulaten.

Inzwischen hat sich die Verfügbarkeit bei verpackungsrelevanten Kunststoffsorten gegenüber dem Frühjahr deutlich entspannt. In der aktuellen IK-Umfrage widerspiegelt sich eine spürbar höhere Versorgungssicherheit. Dies dürfte dazu beitragen, dass sich die extremen Preisausschläge bei Primärmaterialien im weiteren Jahresverlauf abschwächen.

Die für Q3 und Q4 2026 dargestellten Werte („Recycario BC Base Q2“ bzw. „Recycario BC Base Q3“) basieren auf den monatlich aktualisierten Prognosemodellen von Recycario und der prognostica GmbH und wurden zur besseren Vergleichbarkeit auf Quartalsebene übertragen.


Die Grafik: Preise flexible PE-Verpackungskomponenten, Quartalsbasis. Blaue Säulen: Indexierte Entwicklung der rLDPE-Regranulatpreise (linke Skala, Basis Q4 2023 = 100). Orange Linie: A-Plastixx PackFlex-Index (rechte Skala) - Darstellung auf drei Stellen reduziert, Jan. 2002=1000 - einen Korb von Primärkunststoffen für flexible Verpackungen (u. a. LDPE, LLDPE, HDPE, PP und PVC). Grüne Linie: Von Flexible Packaging Europe (FPE) berechneten Quartalsdeltas der Preise für LDPE Foliensubstrate (rechte Skala). Kommentare: Peter Jetzer, Institutsleiter von Recycario, im Interview mit „interpackTV“.


Tabelle: Recycario Eigendarstellung


Flexible Verpackungsmaterialien: Geopolitische Spannungen treiben Rohstoffpreise im zweiten Quartal 2026 deutlich nach oben

 

„Das zweite Quartal 2026 war geprägt von außergewöhnlichen Preissteigerungen über nahezu alle relevanten Verpackungssubstrate hinweg“, fasst Guido Aufdemkamp, Executive Director von Flexible Packaging Europe (FPE), zusammen. „Diese Entwicklung wurde in erster Linie durch geopolitische Versorgungsrisiken, steigende Energie- und Rohstoffkosten sowie erhebliche Unsicherheiten in den globalen Lieferketten verursacht. Dennoch konnten die europäischen Hersteller flexibler Verpackungen die nachgefragten Mengen im Allgemeinen vollständig liefern und werden dies auch weiterhin tun. Insgesamt bleibt der Mengenausblick für den weiteren Jahresverlauf vorsichtig optimistisch – vorausgesetzt, die geopolitische Lage stabilisiert sich. Mit Sorge blickt die Branche jedoch auf den privaten Konsum, der durch die erwartete Lebensmittelinflation belastet werden dürfte.“


Die Märkte für flexible Verpackungsmaterialien verzeichneten im zweiten Quartal 2026 erhebliche Preissteigerungen. Laut dem  FPE-Rohstoffpreisindex stiegen die vierteljährlichen Mindestpreise gegenüber dem Vorquartal bei allen betrachteten Substraten deutlich an. 

Besonders ausgeprägt war, gemäss der Pressemeldung vom Juli 2026 von "Flexible Packaging Europe FPE", die Entwicklung bei BOPP-Folie (20 Mikron), deren Preisniveau sich gegenüber dem ersten Quartal nahezu verdoppelte (+97 %). PET-Folie (12 Mikron) legte ebenfalls deutlich um rund 40 % zu, während BOPA-Folie (15 Mikron) um 21 % anstieg. Aluminiumfolie (7 Mikron) verteuerte sich um rund 12 %, einseitig gestrichenes Papier (60 g/m²) um knapp 5 %. Auch die Polyethylenmärkte verzeichneten kräftige Preissteigerungen: Die durchschnittlichen Preisniveaus für HDPE lagen rund 38 % und für LDPE rund 31 % über dem Vorquartal. Im Vergleich zum zweiten Quartal 2025 lagen sämtliche betrachteten Materialien deutlich über dem Vorjahresniveau.


FPE führte weiter aus: Die Polyethylenmärkte wurden im zweiten Quartal erheblich von geopolitischen Entwicklungen beeinflusst. Kaushik Mitra, Chemical Market Analytics by OPIS, ein Unternehmen von Dow Jones, erklärte: „Der europäische Polyethylenmarkt war im zweiten Quartal 2026 von erheblicher Volatilität geprägt, ausgelöst durch die Iran-Krise und die Aussicht auf einen Versorgungsschock in einem Markt, der bereits durch niedrige Lagerbestände gekennzeichnet war. Nachdem die Polyethylenpreise in Europa seit der zweiten Hälfte des Jahres 2025 bis Februar 2026 auf vergleichsweise niedrigem Niveau verharrt hatten, stiegen sie im März sprunghaft an. Dieser Trend setzte sich im April und Mai fort, da die Käufer der Materialverfügbarkeit Vorrang einräumten. Die Versorgung blieb aufgrund erheblicher Produktionsausfälle im Nahen Osten angespannt, während andere internationale Anbieter Zeit benötigten, ihre Handelsströme neu auszurichten. Obwohl die europäische Produktion schrittweise zunahm, überstieg die Nachfrage weiterhin das verfügbare Angebot. Im Mai stabilisierten sich die Preise, da sich die Käufer nach der Wiederauffüllung ihrer Lagerbestände stärker auf die Bezahlbarkeit konzentrierten, während sich der Preistrend in Asien bereits umkehrte. Zunehmend wettbewerbsfähige Angebote, insbesondere aus China, stärkten die Verhandlungsposition der Käufer. 

Ab der zweiten Maihälfte gaben die Preise am Spotmarkt nach, was die Sorge vor Wertberichtigungen auf Lagerbestände erhöhte und die Kaufbereitschaft dämpfte.























Alexander Tkachenko, Wood Mackenzie, kommentierte: „Die Preise für BOPET-Folie stiegen im Quartalsverlauf durchschnittlich um 0,55 €/kg, getrieben durch steigende Ölpreise und Befürchtungen möglicher Versorgungsengpässe bei PTA und MEG. Die Preise für BOPP haben sich im gleichen Zeitraum nahezu verdoppelt, was vor allem auf eine sehr angespannte Versorgungslage bei PP Harzen in Europa zurückzuführen ist, da die Lagerbestände bereits vor Beginn des Konflikts niedrig waren. Auch die Preise für BOPA-Folien sind deutlich gestiegen, gestützt durch höhere Kosten für PA6, PA66 und Caprolactam. Die Preise für Aluminiumfolie erhöhten sich in diesem Quartal um 0,62 €/kg infolge höherer LME-Notierungen und deutlich gestiegener Lagerhausprämien. Die Papierpreise stiegen um 0,06 €/kg. Obwohl Papier weniger direkt von den Dynamiken der petrochemischen Märkte beeinflusst wird, könnten anhaltend hohe Öl- und Energiepreise über den Winter hinweg zu verzögerten Kostensteigerungen infolge höherer Energiekosten führen.“


Flexible Verpackungsmaterialien: leichte Preisrückgänge im dritten Quartal 2025


Die Märkte für flexible Verpackungsmaterialien verzeichneten im dritten Quartal 2025 leichte Preisrückgänge über alle Substrate hinweg. Besonders deutlich fielen die Preise bei Aluminiumfolie (7 Mikrometer) sowie bei BOPA-, BOPP- und BOPET-Folien. Während einseitig gestrichenes Papier (60 g/m²) stabil blieb, setzten HDPE und LDPE die im ersten Halbjahr beobachteten Schwächetendenzen fort.

„Die Rohstoffmärkte waren im dritten Quartal von flächendeckenden Preisrückgängen geprägt. Das verschafft den Verarbeitern kurzfristig etwas Entlastung, doch die Nachfrage in wichtigen Verbrauchermärkten bleibt schwach. Hinzu kommen geopolitischen als auch handelspolitische Unsicherheiten – insbesondere die Diskussion um mögliche Zollbefreiungen für US Polyethylen. Die Branche auf einen leichten Aufschwung im privaten Konsum hofft, der die Nachfrage nach flexiblen Verpackungen in der Schlussphase von 2025 noch stützen könnte.“ So die Markteinschätzung von Guido Aufdemkamp, Geschäftsführer von Flexible Packaging Europe (
FPE)

Der Polyethylenmarkt stand unter Druck. Kaushik Mitra von Chemical Market Analytics by OPIS, a Dow Jones Company, erklärte: „Die Märkte waren in diesem Quartal zwar weniger volatil, die Stimmung jedoch schwächer. Juli und August sind traditionell die ruhigsten Monate des Jahres, doch der Nachfragerückgang fiel diesmal stärker aus als üblich. Die sonst übliche Erholung im September blieb bislang aus, da die Absatzmärkte unter der makroökonomischen Abschwächung und verstärkten Importen aus China leiden, die die lokale Nachfrage dämpfen.
Die EU und die USA haben endlich das Handelsabkommen unterzeichnet. Besonders beachtet wird dabei eine mögliche EU-Regelung, die US Polyethylenexporte in die EU zollfrei stellen könnte. Zwar liegt die endgültige Liste der betroffenen Warencodes noch nicht vor, doch der weite Anwendungsrahmen lässt solche Szenarien offen. Sollte der Zoll tatsächlich entfallen, könnten primäres PE-Material aus den USA den europäischen Markt überschwemmen. Der deutliche Anstieg der US-Exporte nach Europa sorgt bereits für Diskussionen über mögliche Anti Dumping-Maßnahmen. Käufer begrüßen die Aussicht auf zollfreies Material jedoch, da sie hoffen, dass dieses fossilbasierte PE erschwinglicher werden würde.

Alexander Tkachenko von Wood Mackenzie Argumentierte:

Importdruck bei BOPET-Folien

Preisrückgang um 5 Cent/kg.

Gesunkene Rohstoffkosten bei BOPP-Folien

Preisrückgang um 8 Cent/kg aufgrund günstigerer Rohstoffe.

BOPA-Folien: Niedriges PA6-Granulat 

Preisrückgang um 10 Cent/kg, tiefere Kosten.

Verarbeitungskosten und LME-Barrenpreis bei Aluminiumfolie

Preisrückgang um 17 Cent/kg (wegen tieferen Herstellkosten 10 Cent/kg, LME Barrenpreis-Verbilligung 5 Cent/kg).

Stabilität bei Papierpreisen

Einseitig gestrichenes Papier (60 g/m²) blieb preisstabil.

Rückgang bei Kurzfaserzellstoff

Preisrückgang um 166 EUR/t, vor allem wegen hoher Lagerbestände.

Schwache Nachfrage im Polyethylenmarkt

HDPE und LDPE die im ersten Halbjahr beobachteten Schwächetendenzen fort.



Flexible Verpackungsmaterialien: Preisentwicklung bleibt im zweiten Quartal 2025 volatil 

„Die Märkte für flexible Verpackungsmaterialien bleiben im zweiten Quartal 2025 von gegenläufigen 

Entwicklungen geprägt. Während bei einigen Materialien Preisrückgänge zu verzeichnen sind, zeigen 

andere hingegen moderate Preissteigerungen. Insgesamt spüren wir weiterhin die Auswirkungen 

geopolitischer Spannungen, veränderter Handelsbedingungen und makroökonomischer Unsicherheiten – zunehmend auch durch Störungen globaler Frachtwege etwa im Asien-Europa-Verkehr. Gleichzeitig 

deuten sich in einigen Anwendungsbereichen erste Anzeichen von Stabilisierung an: ein vorsichtig 

positives Signal für die zweite Jahreshälfte.“ So die Markteinschätzung von Guido Aufdemkamp, Geschäftsführer von Flexible Packaging Europe (FPE)

Weiter führte Tkackenko aus: 

„Die Preise für Aluminiumfolie sanken im Durchschnitt um 25 ct/kg. Diese  Entwicklung ist auf drei Faktoren zurückzuführen: den Rückgang des LME-Preises um rund 17 ct/kg; einen Rückgang der westeuropäischen Lagerhausprämie um 10 ct/kg sowie eine Reduktion der Konvertierungskosten um 5 ct/kg.“ 

Zu der Preisentwicklung von einseitig beschichtetem Papier (60 g/m²) für flexible Verpackungen fügte Tkachenko hinzu, dass die in Europa gezahlten Preise um 3 ct gestiegen sind und nun zwischen 1,48 € und 1,73 €/kg liegen. „Der Anstieg ist auf höhere Energie-, Arbeits- und sonstige Produktionskosten zurückzuführen. Angesichts der geringen Rentabilität der Branche war eigentlich ein noch deutlicherer Preisanstieg erwartet worden.“

Alexander Tkachenko, Analyst bei Wood Mackenzie, ergänzte die Zahlen mit einer Markteinschätzung: 

„Die Preise für BOPET-Folien sanken im zweiten Quartal um etwa 5 ct/kg – hauptsächlich durch 

Anbieter aus dem außereuropäischen Raum. Dies war möglich, da sich die Verfügbarkeit von 

Frachtkapazitäten zwischen Asien und Europa verbessert hat und der stärkere Euro gegenüber dem US-Dollar die Wettbewerbsfähigkeit zusätzlich erhöhte. Einige europäische Hersteller haben ihre Preise in diesem Jahr bisher jedoch nicht angepasst.
Die Preise für BOPP-Folie blieben stabil. Die Nachfrage ist im bisherigen Jahresverlauf ähnlich schwach wie 2024, insbesondere durch geringere Ausgaben der Verbraucher, was sich direkt auf große Anwendungsbereiche wie Süßwarenverpackungen auswirkt.
Bei BOPA-Folie kam es zu einem Preisrückgang von rund 5 ct/kg. Zwar stiegen die Preise im März 

kurzfristig durch höhere PA6-Rohstoffkosten, insgesamt verzeichnete der Markt jedoch einen 

Rückgang.“

Kaushik Mitra, Chemical Market Analytics by OPIS, ergänzte für LDPE und HDPE:

„Die Märkte zeigten sich in diesem Quartal äußerst volatil, mit zahlreichen Preisschwankungen, obwohl der durchschnittliche Preis in Q2 insgesamt auf dem Niveau von Q1 lag. Zur Volatilität trugen insbesondere Unsicherheiten im Zusammenhang mit Zöllen und geopolitischen Entwicklungen bei. Die Zollunsicherheit führte zu erheblicher Marktbewegung, als sich die Handelskonflikte zwischen den USA und Europa zuspitzten und beide Seiten hohe Strafzölle ankündigten. Kurzzeitig schürte der Streit Sorgen vor Lieferunterbrechungen und Engpässen, was zu einem gewissen Vorratsaufbau führte.  Die Nachfrage im zweiten Quartal 2025 war leicht besser als im ersten Quartal, blieb jedoch hinter den Vorjahren zurück. Die anhaltende makroökonomische Schwäche belastet weiterhin die Stimmung. Die Importe sind gestiegen und die Versorgung verläuft reibungslos.“

Regranulatmarkt (EU)

Zusätzlich hat Recycario  die Entwicklung des alternativen Marktes für Regranulate untersucht, die aus behandelten Plastikabfällen hergestellt werden (siehe Grafik links).

Plastikverpackungen bleiben weiterhin eine ostengünstige Option, insbesondere wenn Regranulatanteile beigemischt werden – dies macht sie im Vergleich zu anderen Materialien im Substratmischverhältnis flexibler Verpackungen wettbewerbsfähig.


Weitere Informationen zur Preisentwicklung: Recycario veröffentlicht monatlich aktualisierte Marktpreise für Regranulat, insbesondere für flexible Materialien, inklusive Prognosen für Worst- und Best-Case-Szenarien.


BIR / EU: Ressourcen besser im Griff 

Laut dem Plastics Quarterly Report 2025-07 des Bureau of International Recycling (BIR) soll die Europäische Kommission den jüngsten Schritt zur Digitalisierung und Vereinfachung der grenzüberschreitenden Verbringung von Abfällen innerhalb der EU unternommen haben. 


Mit der Einführung des neuen digitalen Abfallverbringungssystems (Diwass) will Brüssel ab dem 21. Mai nächsten Jahres alle Abfallverbringungen in der EU vollständig digital gestalten. Dieses zentrale System soll den Verwaltungsaufwand reduzieren und die Rückverfolgbarkeit und Transparenz der Abfallströme deutlich verbessern. 


Diwass wird als europäische digitale Drehscheibe dienen, über die nationalen Behörden und Unternehmen sicher Informationen austauschen können. Das System wird Notifizierungen und Genehmigungsverfahren für die Verbringung von Abfällen umfassen, einschließlich Abfällen der sogenannten "grünen Liste". Sie zielt auch darauf ab, die Durchsetzung zu verbessern, da die Inspektionen wirksamer werden.



Diagramm: Kunststoffabfälle in der EU. (Recycario eigene Darstellung). 


Die erweiterten Recyclingkapazitäten (rote Säulen) sollen zu einer umfangreicheren Behandlung von Verpackungsabfällen beitragen. Der in den EU-Länder gesammelte und Recyclingfähige Verpackungsabfall ist als Gesamtquote (blaue Säulen) auf Basis aller Kunststoffabfälle ausgewiesen, Anstelle einer Durchschnittsquote der Mitgliedsstaaten zu errechnen, addieren wir alle gemeldeten Länderquoten. Der Anstieg der blauen Säule in den Jahren 2021 und 2022 resultiert lediglich aus den neu hinzugekommen Quotenmeldungen aus Nordirland. Obschon das Kunststoffabfallaufkommen insgesamt nach wie vor auf hohem Niveau seitwärts bewegt (grüne Linie) liegen die Quoten immer noch deutlich vom Spitzenjahr 2016 entfernt. Bitte beachten Sie die unterschiedlichen Maßeinheiten der Y-Achse auf der linken und rechten Seite.




Circular Thursday auf der K 2025: Wie können wir Materialkreisläufe schließen?


Düsseldorf, 03. 06.25


Plastics Europe Deutschland und der Fraunhofer Cluster of Excellence Circular Plastics Economy CCPE haben für den 9. Oktober 2025 eine gemeinsame Veranstaltung auf der Messe K 2025 angekündigt. Der Circular Thursday findet im Rahmen der Sonderschau Plastics Shape the Future in Halle 6, Stand C40 statt und soll Wege zu klimaneutralen Kreislaufwirtschaft mit Kunststoffen aufzeigen. Die K ist die weltweit führende Fachmesse für die Kunststoff- und Kautschukindustrie. Der Circular Thursday ist der zweite Thementag und steht ganz im Zeichen der Kreislaufwirtschaft und nachhaltigen Innovationen.


Ein Tag im Zeichen der Kreislaufwirtschaft


Im Februar 2025 ist die Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR) in Kraft getreten, mit dem Ziel, Verpackungsabfälle zu reduzieren und das Recycling unter anderem durch neue Vorgaben zum recyclingfreundlichen Design und den verpflichtenden Einsatz von Rezyklaten zu fördern.  Die Verordnung wird eine Blaupause für weitere Regulierungen darstellen, beispielsweise im Automobilsektor und später auch im Bereich der Elektrik- und Elektronik, sowie im Bausektor.

Am Circular Thursday werden die Grundlagen einer erfolgreichen Kreislaufwirtschaft diskutiert:

• Wie hoch sind die Recyclingpotenziale in den einzelnen Industrien?

• Welche Technologien werden wir benötigen?

• Welche Rahmenbedingungen braucht das Recycling um wettbewerbsfähig zu werden?

• Welche Bedeutung haben andere Rohstoffe wie Biomasse oder CO₂?


Diese und weitere Fragen werden in Expert Talks diskutiert. Am Nachmittag folgt ein Panel zur Komplementarität und den Perspektiven für mechanisches und chemisches Recycling unter den gegebenen Wettbewerbsbedingungen.


Moderiert wird der Tag von Prof. Dr.-Ing. Manfred Renner, Leiter des Fraunhofer CCPE und Institutsleiter des Fraunhofer UMSICHT. Sechs Fraunhofer Institute bündeln im Fraunhofer CCPE ihr Know-how und entwickeln, realisieren sowie optimieren Verfahren, Produkte und Anlagen bis zur Einsatz- und Marktreife, um mit und für die Partner aus Wirtschaft und öffentlicher Hand den Wandel zu einer zirkulären Kunststoffwirtschaft zu gestalten.

„Ich bin davon überzeugt, Deutschland kann Kreislaufwirtschaft. Die technologischen Grundlagen sind da, jetzt müssen wir nur noch Forschung und Anwendung enger verzahnen. Genau das ist das Ziel des Circular Thursday“, erklärt Manfred Renner.



Schwankende Preise für flexible Verpackungsmaterialien – LDPE-Regranulate bleiben auch im ersten Quartal 2025 stabil

FPE, April 2025 - Die Gesamtnachfrage nach flexiblen Verpackungen blieb im ersten Quartal schwach, bedingt durch geringere Verbraucherausgaben und eine Verlagerung hin zu einer schlankeren Lagerhaltung.

Es wird erwartet, dass die Preise für alle Substrate im nächsten Quartal steigen, was vor allem auf die gestiegenen Rohstoffkosten zurückzuführen ist.

Gegenläufige Preisbewegungen im ersten Quartal 2025

Polyethylen war der Spitzenreiter bei den Preiserhöhungen, da sowohl die HDPE- als auch die LDPE-Preise gegenüber dem vierten Quartal 2024 um 3 % bzw. 4 % stiegen und damit ein Niveau erreichten, das seit Anfang 2023 nicht mehr beobachtet wurde.

Dagegen verzeichneten einseitig beschichtetes Papier mit 60 g/m² und 12 Mikron PET Rückgänge von -3 % bzw. -2 % im Vergleich zum vierten Quartal 2024.

Alufolie (7 Mikron) setzte ihren Aufwärtstrend mit einem Anstieg von 3 % fort, während BOPA-Folie (15 Mikron) bescheidene 2 % zulegte und BOPP (20 Mikron) stabil blieb, laut Zahlen von Flexible Packaging Europe (FPE), Patrick Altenstrasser, Senior Manager Communications (altenstrasser@flexpack-europe.org) 

Santiago Castro, Senior Research Analyst bei Wood Mackenzie, ergänzte die Zahlen:

„Die Preise für flexible Verpackungsmaterialien in Europa schwankten im ersten Quartal 2025 aufgrund von Rohstoffpreisschwankungen (vorgelagerte Monomere), Logistikproblemen sowie Faktoren auf den Überseemärkten.


Die Preissenkungen bei BOPET waren größtenteils auf rückläufige Rohstoffkosten zurückzuführen.

Der Preisrückgang bei Papier resultierte aus nicht ausgelasteten Produktionskapazitäten und niedriger als erwarteten Energiepreisen.



Höhere Rohstoffkosten führten zu Preissteigerungen bei Alufolie und BOPA. Die BOPP-Preise blieben aufgrund der anhaltend schwachen Nachfrage und des Überangebots relativ unverändert.“

Kaushik Mitra, Chemiemarktanalyst für LDPE und HDPE, kommentiert:


„Der starke Anstieg der Preise für PE aus fossilen Rohstoffen im ersten Quartal ist auf die Rohstoffpreisinflation (vorgelagerte Monomere) und die geringeren Lagerbestände aufgrund reduzierter Importe zurückzuführen.


Die Importzahlen wurden durch niedrige Auftragseingänge und Lieferkettenengpässe beeinflusst.“


"Die PE-Nachfrage (Primärmaterial) bleibt aufgrund makroökonomischer Faktoren und anhaltender Marktunsicherheit schwach, obwohl einige Sektoren wie Bau, Konsumgüter und Verpackung Anzeichen von Stabilität zeigen", fährt Mitra fort.

"Potenzielle EU-Zölle auf PE ab dem 12. April führten zu Volatilität und Nervosität auf dem Markt. Trotz der enormen weltweiten Lieferkapazitäten könnte der europäische Markt kurzfristig von diesen Maßnahmen beeinträchtigt werden, bevor er sich im weiteren Jahresverlauf wieder normalisiert", so Mitras Befürchtung.


Regranulatmarkt (EU)

Zusätzlich hat Recycario die Entwicklung des alternativen Marktes für Regranulate untersucht, die aus behandelten Plastikabfällen hergestellt werden (siehe Grafik links).


Plastikverpackungen bleiben weiterhin eine kostengünstige Option, insbesondere wenn Regranulatanteile beigemischt werden – dies macht sie im Vergleich zu anderen Materialien im Substratmischverhältnis flexibler Verpackungen wettbewerbsfähig.


Weitere Informationen zur Preisentwicklung: Recycario veröffentlicht monatlich aktualisierte Marktpreise für Regranulat, insbesondere für flexible Materialien, inklusive Prognosen für Worst- und Best-Case-Szenarien.